Test: Advanzia Gold Kreditkarte (PayVIP / gebuehrenfrei.com)

Bei meiner Suche nach einem neuen Kreditkartenanbieter im Herbst letzten Jahres hatte ich mir vorgenommen, eine Kreditkarte zu beantragen, die möglichst keinerlei Kosten verursacht – und das wenn möglich beim Einsatz weltweit, da mir gerade die aus meiner Sicht unbegründeten 1-2% bei jeder Zahlung im nicht EU bzw. Euro Ausland auf die Nerven fallen.

Nach einiger Recherche stieß ich auf das Angebot einer Gold Mastercard der luxemburgischen Advanzia Bank. Dieses Angebot schien auf den ersten Blick sehr gut zu sein, denn es wird tatsächlich eine Gold Mastercard ohne feste, monatlich zu zahlende Gebühren versprochen (wobei mir die beinhaltete Reiseversicherung nicht wirklich wichtig ist, da ich vermute, dass diese nur in sehr seltenen Fällen greift – so wie fast alle überflüssigen Reiseversicherungen). Dazu wird für den weltweiten Einsatz bei Kauf-Transaktionen keinerlei zusätzliche Gebühr erhoben, wie dies bei den meisten Kreditkarten der Fall ist – also genau das, was ich gesucht hatte.

Wenn man jedoch das Kleingedruckte in den AGBs genauer untersucht, findet man schnell die “Fallen”, mit denen die Advanzia Bank Geld verdienen möchte:

Es handelt sich um eine Kreditkarte amerikanischen Typs – sprich die monatlich angefallene Summe wird nicht automatisch vom Referenzkonto abgebucht. Man erhält vielmehr eine Monats-Rechnung, die man vollständig oder auch teilweise per Überweisung begleichen kann. Sofern man jedoch nicht die volle Rechnung begleicht, fallen direkt horrende Zinsen von aktuell mehr als 18% (!) an – laut einigen Erfahrungsberichten sogar für alle Gesamtbeträge seit der jeweiligen Kauf-Transaktion.

Gleiches gilt für das Abheben von Bargeld mit der Kreditkarte. Hierbei werden zwar keine zusätzlichen Gebühren erhoben, jedoch fallen direkt ab dem ersten Tag die hohen Zinsen an, weshalb man die Karte besser überhaupt nicht für das Abheben von Bargeld verwenden sollte.

Beachtet man diese beiden Punkte und weiß man, dass man diese beiden potentiellen Fehler nicht begeht, handelt es sich aber meiner Erfahrung gemäß um eine sehr gute Kreditkarte, besonders für Personen die viel Reisen. In den bisher vergangenen vier Monaten habe ich die Advanzia PayVIP Kreditkarte in mehreren Ländern eingesetzt und keinerlei Gebühren bezahlt. Zusätzlich dazu kann ich die Wechselkurse bei Fremdwährungen sehr positiv bewerten. Wahrscheinlich werden hier die standard Mastercard Wechselkurse verwendet (Tipp: Im Ausland bei Zahlungen immer die Auslandswährungen verwenden, um keine schlechten Wechselkurse der lokalen Bank zu erhalten).

Probleme, dass die Karte nicht akzeptiert wurde kann ich nicht bestätigen (im Internet hatte ich vor der Beantragung einige Beiträge gelesen, die von derartigen Problemen sprachen). Ich habe auch die Advanzia Bank vor meinen Reisen nicht darüber informiert, dass ich ins Ausland fahre (wie das ebenfalls seltsamerweise von einigen Internet-Nutzern empfolen wurde).

Die Advanzia Bank bietet die gebührenfreie Mastercard unter zwei verschiedenen Bezeichnungen an: zum einen unter gebuhrenfrei.com, zum anderen scheinbar über einen Partner unter der Bezeichung PayVIP, wobei das Design der PayVIP Karte sehr viel akzeptabler ist, weshalb ich mich letztendlich für diese Variante entschied.

Letztendlich bleibt noch zu erwähnen, dass die Advanzia Bank ein Onliene Portal betreibt, unter dem man zeitverzögert die jeweiligen Umsätze der Gold Kreditkarte sowie die Rechnungen einsehen kann. Alternativ erhält man in jedem Fall die Rechnungen per Mail auf die bei der Anmeldung angegebene Adresse. Rechnungen werden ungefähr am 3. des Monats bereitgestellt und man hat theoretisch bis zum 20. des Monats Zeit, diese zu begleichen.

Fazit: Sehr gute Kreditkarte, für Personen, die die oben genannten Punkte beachten, viel unterwegs sind und mit Geld umgehen können (andere Personen sollten sich sowieso besser keine Kreditkarte zulegen).

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8 Gedanken zu „Test: Advanzia Gold Kreditkarte (PayVIP / gebuehrenfrei.com)

  1. Michael

    “wie das ebenfalls seltsamerweise von einigen Internet-Nutzern empfolen wurde”

    Das ist durchaus richtig. Mittlerweile gibt es Sicherungssysteme, die bei Kreditkarten die außerhalb der EU eingesetzt werden ein Limit von ~ 200 € pro Woche einsetzen.

    In diesen Ländern wird oftmals noch der Magnetstreifen zur Zahlung genutzt, dieser ist allerdings kopierbar.

    Wenn nun doch eine Auslandsreise ansteht, so kann die Bank das Limit für diesen Zeitraum wieder anheben.

    1. Björn Stickler Artikelautor

      Danke für die Info. Das kann natürlich der Grund sein. Die Länder in denen ich die Karte eingesetzt habe, sind hauptsächlich europäisch (UK, Schweiz, Kroatien, Tschechien, …) sodass ich bisher keine Probleme dieser Art hatte, da hier wahrscheinlich moderne Kartensysteme vorhanden sind, die nicht ausschließlich auf den Magnetstreifen zurückgreifen.

  2. Nadja

    Danke für die Infos.
    Für mich wäre die Karte auch sehr interessant da ich ein halbes Jahr durch Südostasien und Australien reisen werde. Ich möchte aber Bargeld abheben aber überall steht nur negarives darüber bezüglich der hohen Zinsen.
    Wenn ich Anfang des Urlaubs Geld auf die Karte überweise und dann am ATM im jeweiligen Land was abhebe fallen doch keine Kosten an das bezieht sich nur darauf wenn ich es aus dem Kreditrahmen abhebe oder verstehe ich das falsch?

    1. Björn Stickler Artikelautor

      Soweit ich informiert bin, ist es bei der Advanzia Karte nicht möglich, vorab Geld “aufzuladen”. Somit wäre die Karte für Ihren Zweck unbrauchbar. Hier könnte ich beispielsweise die kostenlose Visa Karte der Comdirect (nur in Verbindung mit kostenlosem Girokonto) emfphelen, bei der man wiederum beim Abheben weltweit an Automaten mit Visa Logo (praktisch jeder) keinerlei Gebühren zahlt. Ich nutze genau diese beiden Karten, um jegliche Gebühren zu umgehen.

  3. Nadja

    Vielen Dank für die schnelle Antwort.
    Über die Karte von comdirect habe ich gelesen, dass die Wechselkurse schlechter sein sollen als bei anderen visa Karten. Die visa Karte der DKB stteht bei den Bewertungen etwas besser da.
    Das ist schwierig 🙂 aber die pay vip wirds dann für mich wohl nicht werden, da keine Guthabenaufladung möglich.
    Vielen Dank für die Info!

    1. Björn Stickler Artikelautor

      In der Tat hatte ich auch irgendwo gelesen, dass die Comdirect Bank mittlerweile die Wechselkurse der Commerzbank bei der Abrechnung zugrunde legt. Wirklich schlecher sind diese aber meiner Erfahrung nach nicht, denn die Währungen schwanken normalerweise nicht derart stark, dass sich hier große Unterschiede ergeben würden. Die Hauptsache ist, dass es keinen wirklichen Wechselkurs-Aufschlag von 1-3% bei der Abrechnung gibt – ansonsten dürfte es sich bei normalen Abhebesummen eher um Unterschiede im Cent-Bereich handeln. Die Commerzbank Tages-Wechselkurse kann man auch im Internet einsehen: https://www.commerzbank.de/rates/do.rates

  4. Pingback: Comdirect Visa Karte – Gebühren bei Bargeld im Ausland | stickler.de Blog

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